Woche sechs unserer JOGLE‑Fernwanderung von John o’Groats nach Land’s End fühlt sich wie ein Übergang an. Nicht nur geografisch, sondern auch innerlich. Wir lassen Schottland hinter uns, betreten England und merken gleichzeitig, wie sehr wir inzwischen im Rhythmus des Weges angekommen sind.
Was wir an einem Trailtag essen: Trailfood auf einer Fernwanderung
Ein typischer Wandertag auf einer Langstreckenwanderung durch Großbritannien ist klar strukturiert. Essen spielt dabei eine zentrale Rolle. Weniger aus Genussgründen, sondern weil es Energie liefert und den Tag in Etappen gliedert.
Unser Menü an einem ganz normalen Trailtag sah diese Woche zum Beispiel so aus:
- Frühstück: Kaffee für uns, ein Müsliriegel und eine große Portion Trockenfutter für Nero
- Mittag: Ein Haggis‑Burger (ja, immer noch überraschend lecker)
- Snacks unterwegs: Leckerlis für Nero sowie Riegel oder Kekse für uns
- Nachmittagsstopp: Cappuccino für uns und ein großer Knochen für Nero
- Abendessen: Instantnudeln im Vorzelt und eine weitere Portion Trockenfutter für unseren Trailhund
- Nachtisch: Kekse
Trailfood ist keine Sterneküche, aber funktional. Es ist leicht zu transportieren, schnell zubereitet und liefert genau die Energie, die wir jeden Tag auf dem Trail brauchen. Außerdem gibt Essen Struktur in den Tag. Ein paar Kekse zwischendurch können die Stimmung erstaunlich schnell heben.
Welcome to England: Grenzübertritt auf dem JOGLE
Diese Woche war es soweit: Wir haben Schottland verlassen und England erreicht. Kurz vor der Grenze gab es noch einen letzten Scottish Pie, dann führte der Weg zunehmend aus der offenen Landschaft in bewohntere Gegenden. Und plötzlich stand es da: Welcome to England.
Die Stimmung war großartig. Wir waren ehrlich glücklich. Besonders motivierend: Land’s End ist inzwischen ausgeschildert. Das Ziel ist noch weit entfernt, aber es wirkt plötzlich greifbarer.
Ganz reibungslos verlief der Grenzübertritt allerdings nicht. Ein gesperrter Fußweg, verschlossene Tore und einige Umwege gehörten dazu. Am Ende wurden wir jedoch mit einer schönen Aussicht an einem See belohnt. Für uns stand fest: Jetzt ist Zeit für eine Pause. Zwei Ruhetage in Carlisle, bevor es weiter Richtung Süden geht.

Schottland: unser Zwischenfazit nach sechs Wochen
Mit dem Grenzübertritt lassen wir ein ganzes Kapitel hinter uns. Schottland war für uns rau, wild und beeindruckend. Von den Klippen im Norden über die Highlands bis zu den Southern Uplands. Oft nass, kalt und windig, aber immer intensiv.
Was uns besonders in Erinnerung bleiben wird:
- Nächte in Bothies mitten im Nirgendwo
- spontane Hundeknuddeleien von Einheimischen (die Schotten sind sehr hundefreundlich)
- Haggis‑Burger und gemütliche Pubabende
- anspruchsvolle Trails, die uns körperlich gefordert haben
- und die Gewissheit, dass wir mit schwierigen Bedingungen umgehen können
Vor allem bleibt das Gefühl: Wir können diesen Weg schaffen.

Start auf dem Hadrian’s Wall Path
Mit dem Grenzübertritt begann für uns der Hadrian’s Wall Path, einer der bekanntesten Fernwanderwege Englands. Der Weg ist etwa 135 Kilometer lang und folgt der ehemaligen römischen Grenzanlage quer durch Nordengland: von Wallsend bei Newcastle bis nach Bowness‑on‑Solway an der Westküste. Für uns bildet er eine wichtige Verbindung auf dem Weg zum nächsten großen Abschnitt unserer JOGLE‑Route: dem Pennine Way.
Der Charakter des Hadrian’s Wall Path unterscheidet sich deutlich von Schottland. Statt rauer Highlands erwarten uns hier:
- offene Weidelandschaften
- sanfte Hügel
- mehr Ortschaften und Infrastruktur
- historische Spuren der römischen Geschichte
Der Trail ist gut ausgeschildert und eignet sich hervorragend als Einstieg in die englischen Fernwanderwege.
Auch wenn wir bisher ehrlich gesagt mehr Schafe und Kühe als römische Mauern gesehen haben, spüren wir: Hier beginnt ein neuer Abschnitt unserer Reise.

Nasse Schuhe: typisch Wandern in Großbritannien
Der Hadrian’s Wall Path zeigte sich direkt von seiner realistischen Seite. Nach Regen wird der Boden schnell weich, Wasser sammelt sich auf den Wegen und Pfützen lassen sich kaum umgehen. Gerade auf offenen Abschnitten bedeutet das oft: nasse Füße gehören einfach dazu.
Für uns ist das inzwischen Teil der Erfahrung. Nach mehreren Wochen in Schottland wissen wir: Wetter und Wegbedingungen lassen sich nicht kontrollieren, nur der Umgang damit.
Fazit Woche 6 auf dem JOGLE
Wenn wir zurückblicken, fühlt sich die Zeit in Schottland weniger wie einzelne Etappen an, sondern wie ein zusammenhängender Abschnitt unseres Weges. Regen, Sturm und Schlamm gehörten genauso dazu wie beeindruckende Ausblicke, kurze Pausen und viele Begegnungen.
England liegt nun vor uns. Mit dem Grenzübertritt endet für uns nicht nur ein geografischer Abschnitt, sondern auch eine prägende Phase unserer Reise.
Der Weg ist noch lang, aber Land’s End rückt Schritt für Schritt näher.
Drückt uns die Pfoten 🐾

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