Woche 10 auf dem JOGLE – 1000 Kilometer, Ende des Cotswold Way und das Meer

Nick und Maresa in die Kamera lachend vor einer “1000” mit Holzsteckend formierter Zahl während der JOGLE Fernwanderung nach 1000 gelaufenen Kilometern

Woche 10 unserer JOGLE‑Fernwanderung von John o’Groats nach Land’s End war ein echter Meilenstein. Nicht nur, weil wir den Cotswold Way abgeschlossen haben und zum ersten Mal seit Wochen wieder das Meer gesehen haben. Sondern auch, weil unser Tracker plötzlich eine vierstellige Zahl anzeigte: 1000 Kilometer zu Fuß durch Großbritannien.

1000 Kilometer zu Fuß durch Großbritannien

Vierstellig. Als wir ganz im Norden Schottlands gestartet sind, wirkte diese Zahl noch abstrakt und weit entfernt. Irgendwann in ferner Zukunft.

Und dann war sie plötzlich da. Zwei wunderschöne Wandertage entlang eines Kanals mit Sonne, klarer Luft und ruhigen Wegen führten uns zu diesem Moment. Tiere auf den Weiden, weite Landschaft und das Gefühl, dass wir unserem Ziel Stück für Stück näherkommen. Es war einer dieser Momente, in denen man innehält und realisiert, wie weit man bereits gekommen ist.

Abschluss des Cotswold Way

Mit dieser Woche haben wir den Cotswold Way abgeschlossen, einen rund 164 Kilometer langen Fernwanderweg von Chipping Campden bis nach Bath im Südwesten Englands.

Der Trail führt entlang der Cotswold Hills durch typische Kalksteinlandschaften, kleine historische Dörfer und sanfte Hügellandschaften. Je nach gewählter Route kommen etwa 3.000 bis 3.500 Höhenmeter zusammen. Technisch ist der Weg deutlich einfacher als der Pennine Way, dennoch bleibt er durch das ständige Auf und Ab körperlich fordernd.

Versorgung auf dem Cotswold Way

Die Versorgung entlang des Cotswold Way ist sehr gut. Der Weg führt regelmäßig durch kleine und größere Ortschaften. Besonders die typischen Cotswold-Dörfer mit ihren hellen Kalksteinhäusern sind nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bieten oft kleine Läden, Cafés oder zumindest ein Pub.

Im Vergleich zu abgelegeneren Fernwanderwegen in Großbritannien mussten wir deutlich weniger Lebensmittel tragen. Wer den Cotswold Way plant, kann seine Etappen relativ flexibel gestalten und regelmäßig Proviant nachkaufen. Für uns war das eine entspannte Abwechslung nach den einsameren Abschnitten des Pennine Way.

Wandern auf dem Cotswold Way im November

Der November ist grundsätzlich eine gute Zeit für diese Route, allerdings mit einigen Einschränkungen. Die Tage werden deutlich kürzer, es wird früh dunkel und Schlafplätze müssen rechtzeitig geplant werden, besonders wenn man wie wir zeltet.

Das Wetter zeigte sich typisch britisch: wechselhaft mit Regen, Wind und gelegentlichen Sonnenmomenten. Zum ersten Mal auf unserer Reise erlebten wir auch Frostnächte.

Auch im Süden Englands können die Temperaturen im Spätherbst nachts um oder unter den Gefrierpunkt fallen. Gefrorenes Zelt, kalter Boden und steife Finger beim Zusammenpacken gehören dann zum Morgenritual. Im Vergleich zum Herbst in Schottland sind hier vor allem die Tage kürzer und das Wetter etwas wechselhafter.

Nick und Maresa frontal in die Kamera lachend während der JOGLE Fernwanderung nach 1000 gelaufenen Kilometern

Wegbeschaffenheit und Sicherheit

Die Wege auf dem Cotswold Way sind größtenteils gut ausgeschildert und technisch relativ einfach. Die Route verläuft abwechslungsreich über Waldpfade, Weiden, Feldwege und kleine Landstraßen. Im Vergleich zum Pennine Way ist die Navigation deutlich unkomplizierter. Gleichzeitig begegnet man hier deutlich mehr Menschen, darunter Tageswanderer und Wochenendausflügler.

Eine Situation dieser Woche hat uns dennoch besonders aufmerksam gemacht. Auf einer offenen Weide wurden wir von jungen Stieren verfolgt. Zunächst wirkten sie neugierig, doch plötzlich liefen sie im Sprint auf uns zu, vermutlich wegen Nero.

Zum Glück konnten wir schnell über ein Gatter ausweichen. Seitdem achten wir besonders darauf, welche Tiere auf einer Weide stehen und wo sich mögliche Ausgänge befinden. Kühe mit Kälbern und junge Stiere meiden wir konsequent. Auch scheinbar einfache Wanderwege erfordern Aufmerksamkeit.

Wildcampen entlang des Cotswold Way

Für uns war dieser Abschnitt beim Campen deutlich einfacher als vorherige Etappen. Im Süden Englands gibt es mehr Wälder und geschützte Plätze als in den offenen Moorlandschaften des Pennine Way.

Mit etwas Planung lassen sich entlang des Cotswold Way regelmäßig geeignete Plätze zum Zelten finden. Wichtig ist jedoch, die kurzen Tage zu berücksichtigen und frühzeitig nach einem geschützten Platz zu suchen.

Und dann: Das Meer

Der Moment kam an einem langen, verregneten Tag. Wir waren müde, durchnässt und konzentrierten uns nur noch auf die nächsten Kilometer. Und plötzlich öffnete sich die Landschaft. Vor uns lag das Meer. Weite. Wind. Salzige Luft.

Nach Wochen im Landesinneren war dieser Anblick mehr als nur schön. Er markierte einen emotionalen Punkt auf unserer Karte. 1000 Kilometer zu Fuß, ein abgeschlossener Fernwanderweg und die Küste endlich erreicht.

Blick auf das Meer während dem Sonnenuntergang an der Küste Südenglands während unserer JOGLE Wanderung

Fazit Woche 10 auf dem JOGLE

Woche 10 war ein Meilenstein: im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Wir stehen jetzt bei rund 1000 Kilometern auf unserer Wanderung durch Großbritannien. Der Cotswold Way liegt hinter uns und das Meer begleitet uns wieder.

Der Weg wird winterlicher, die Bedingungen fordernder. Doch wir gehen weiter, Schritt für Schritt, Richtung Land’s End.

Drückt uns die Pfoten 🐾


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