Zwei Monate auf dem JOGLE – Ein Zwischenfazit vom Weg

Nick und Maresa posierend vor einer sonnigen Landschaft mit Bergen während ihrer JOGLE Fernwanderung durch Großbritannien

Zwei Monate auf dem JOGLE bedeuten acht Wochen unterwegs zu Fuß durch Großbritannien mit ganz unterschiedlichen Etappen, Höhen und Tiefen. Vieles hat sich inzwischen eingespielt, anderes überrascht uns noch immer. Zeit für eine Zwischenbilanz: Was haben wir bisher erlebt, was haben wir gelernt und wie geht es auf unserer Fernwanderung von John o’Groats nach Land’s End weiter?

Die großen Etappen der ersten zwei Monate auf dem JOGLE

Die vergangenen acht Wochen unserer Langstreckenwanderung lassen sich gut in mehrere Abschnitte einteilen.

Start im Norden Schottlands

Die ersten Tage führten uns entlang der rauen Nordküste Schottlands. Weite Landschaften, offene Wege und viel Wind prägten diesen Einstieg. Der Norden wirkt einsam und ursprünglich und ist gleichzeitig ein guter Ort, um langsam in den Rhythmus einer Fernwanderung hineinzufinden. Die Wege sind klar, die Etappen überschaubar, aber man spürt schnell, dass dieser Weg lang und fordernd werden wird.

Great Glen Way

Der Great Glen Way führte uns von Inverness nach Fort William entlang bekannter Lochs wie Loch Ness und dem Caledonian Canal. Dieser Fernwanderweg ist gut markiert und vergleichsweise angenehm zu gehen. Hier konnten wir erstmals eine klare Routine entwickeln: morgens starten, mittags pausieren und abends das Zelt aufbauen. Der Great Glen Way bot abwechslungsreiche Landschaften und war für uns der Übergang vom Ankommen im Abenteuer zum echten Durchhalten.

West Highland Way

Der West Highland Way war der erste große Klassiker unserer Reise. Auf rund 154 Kilometern und etwa 3.200 Höhenmetern führte der Weg durch einige der spektakulärsten Landschaften der schottischen Highlands. Mehr Berge, mehr Höhenmeter und deutlich mehr Matsch machten diesen Abschnitt anspruchsvoll. Gleichzeitig begegneten wir vielen anderen Wanderern und merkten, dass wir einen der bekanntesten Trails Großbritanniens laufen. Für viele Wanderer ist der West Highland Way ein eigenes Reiseziel, für uns war er ein wichtiger Abschnitt auf dem Weg nach Süden.

Clyde Walkway und Southern Uplands

Zwischen den großen Fernwanderwegen liegen ruhigere Verbindungsabschnitte. Der Clyde Walkway war flacher und gut zu gehen, eine willkommene Erholung nach den intensiven Tagen in den Highlands. Die Southern Uplands dagegen forderten uns wieder stärker: offene Weiden, wechselhaftes Wetter und wenig Schutz vor Wind. Diese Etappen zeigten uns, dass unspektakuläre Abschnitte nicht automatisch einfacher sind. Trotzdem brachten sie uns zuverlässig Kilometer für Kilometer Richtung Süden.

Grenzübertritt nach England

Der Moment, in dem wir die Grenze von Schottland nach England überquerten, war kurz, aber besonders. Plötzlich lag ein ganzes Land hinter uns. Auch mental markierte dieser Übergang einen wichtigen Punkt: Der erste große Abschnitt unseres JOGLE-Abenteuers war geschafft.

Hadrian’s Wall Path

Der Hadrian’s Wall Path entlang der römischen Grenzanlage war ein deutlicher Kontrast zu Schottland. Mehr Weidelandschaft, mehr Ortschaften und weniger Höhenmeter machten diesen Abschnitt angenehmer zu gehen. Historisch interessant und logistisch unkompliziert bot dieser Trail einen guten Einstieg in das Wandern durch Nordengland.

Pennine Way

Mit rund 316 Kilometern und über 7.470 Höhenmetern war der Pennine Way der bisher anspruchsvollste Abschnitt unserer Fernwanderung. Moorlandschaften, Wind, Regen und lange Etappen mit wenigen Alternativen prägten diesen Weg. Die Navigation wird bei schlechtem Wetter anspruchsvoll und der Trail fordert sowohl körperlich als auch mental. Gleichzeitig bietet der Pennine Way eine beeindruckende Weite und Ruhe, die man auf anderen Wanderwegen kaum erlebt. Dieser Abschnitt hat uns nicht nur erschöpft, sondern auch geprägt.

Diese verschiedenen Etappen zeigen deutlich, wie abwechslungsreich Großbritannien zu Fuß ist und wie stark sich der Charakter der Landschaft verändert. Genau das macht den JOGLE aus: Kein Abschnitt gleicht dem anderen.

Mit jeder dieser Etappen haben wir deutlicher gespürt, was Fernwandern für uns bedeutet. Es geht darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, kleine Gesten stärker wahrzunehmen und den Alltag Schritt für Schritt hinter sich zu lassen.

Ein See während der Dämmerung mit spiegelnden Wasser auf der JOGLE Wanderung durch Großbritannien nach zwei Monaten auf dem Trail
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Wie es unserem Trailhund Nero nach zwei Monaten geht

Auch Nero hat nach zwei Monaten seinen festen Rhythmus auf der Fernwanderung gefunden. Er läuft stabil, ruht zwischendurch in kurzen Pausen und bleibt bei Begegnungen mit Schafen oder anderen Tieren zuverlässig an der Leine.

Morgens wartet er geduldig, bis wir startklar sind. Tagsüber legt er kleine Powernaps ein und abends verschwindet er meist als Erster im Zelt. Insgesamt kommt er körperlich sehr gut zurecht und ist längst ein vollwertiges Teammitglied auf unserer JOGLE-Reise.

Trailhund Nero auf einem Stein liegend während der JOGLE Fernwanderung durch Großbritannien

Wie es uns nach zwei Monaten auf dem Trail geht

Nach zwei Monaten merken wir deutlich, wie sehr der Weg unseren Alltag bestimmt. Körperlich läuft vieles inzwischen automatischer. Der Rucksack sitzt, die Beine funktionieren und die Routine stimmt. Lange Wandertage fallen uns weniger schwer als zu Beginn.

Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen. Der Winter kündigt sich langsam an. Die Tage werden kürzer, Wind und Regen intensiver und die Wege deutlich matschiger.

Dadurch wird die mentale Seite der Fernwanderung immer wichtiger. Die Länge des Weges, das wechselhafte Wetter und die Wiederholung der Abläufe sind Herausforderungen, die wir zunehmend im Kopf lösen müssen. Es gibt leichte Tage und solche, an denen alles schwerfällt.

Bisher haben wir mehrere typische Phasen des Fernwanderns erlebt: Euphorie und Motivation am Anfang, erste Erschöpfung, als der Körper verstanden hat, wie lang dieser Weg wirklich ist, Zweifel an schwierigen Tagen und schließlich Routine, wenn Abläufe sitzen und der Kopf ruhiger wird.

Wie die nächsten Wochen werden, wissen wir nicht. Aber wir merken: Wir kommen zurecht. Und wir kommen voran.

Nick und Maresa posierend vor einer sonnigen Landschaft mit Bergen während ihrer JOGLE Fernwanderung durch Großbritannien
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Häufige Fragen zum JOGLE

Wie kommen wir mit dem britischen Wetter klar?

Überraschend gut. Das Wetter in Großbritannien ist wechselhaft und oft nass, aber mit der richtigen Ausrüstung gut machbar.

Wie schwer sind unsere Rucksäcke?

Unsere Rucksäcke wiegen etwa 15 bis 17 Kilogramm, abhängig davon, wie viel Essen wir gerade tragen. Mit Neros Ausrüstung wie Wasser, Futter, Knochen und Spielzeug kommen wir manchmal auf 17 bis 20 Kilogramm.

Wie lösen wir das Problem mit Feuchtigkeit im Zelt?

Wir nutzen ein Groundsheet, ein getrenntes Außen- und Innenzelt sowie möglichst gute Belüftung. Ganz trocken bleibt es selten, aber mit der richtigen Organisation bleibt die Situation gut handhabbar.

Maresa im Hintergrund und Hund Nero im Vordergrund während ihrer JOGLE Fernwanderung durch Großbritannien

Was wir nach zwei Monaten auf dem JOGLE gelernt haben

Nach zwei Monaten auf dem Trail wissen wir: Wir brauchen weniger, als wir dachten. Gleichzeitig können wir mehr, als wir erwartet hätten.

Fernwandern bedeutet vor allem, jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt. Zwei Monate auf dem JOGLE fühlen sich nicht wie ein Projekt an, sondern wie ein neuer Alltag: draußen, unterwegs und immer Schritt für Schritt weiter.

Der Weg geht weiter. Und wir gehen weiter mit.

Drückt uns die Pfoten 🐾


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