Woche 8 auf dem JOGLE – Der Pennine Way im November

Nick und Nero sitzend auf einem Steinvorsprung mit einer Aussicht auf die hügelige Landschaft des Pennine Way während der JOGLE Wanderung

Die achte Woche unserer JOGLE‑Fernwanderung von John o’Groats nach Land’s End war eine Woche ohne Kompromisse. Viel Regen, viel Moor, viel Wind und ein Fernwanderweg, der keine Abkürzungen kennt. Mit dem Pennine Way haben wir einen der anspruchsvollsten Trails Englands abgeschlossen. Er hat uns gefordert, manchmal zermürbt und genau deshalb nachhaltig beeindruckt.

Pennine Way: 15 Tage, 316 Kilometer und über 7.470 Höhenmeter

In Woche 8 haben wir den Pennine Way vollständig abgeschlossen. Mit rund 316 Kilometern und über 7.470 Höhenmetern verläuft dieser Fernwanderweg entlang des sogenannten „Rückgrats Englands“ von Greenhead bis nach Edale im Peak District.

Der Pennine Way gilt als einer der härtesten Fernwanderwege in England. Große Teile führen durch offene Moorlandschaften, über Bergrücken und entlang schmaler Pfade, die sich bei Regen schnell in kleine Wasserläufe verwandeln können. Wegmarkierungen sind vorhanden, verschwinden bei schlechtem Wetter jedoch häufig im Nebel oder unter Wasser.

Besonders Ende Oktober und im November zeigt der Pennine Way seine raue Seite. Dauerhafte Nässe, aufgeweichte Wege, starker Wind und kurze Tage machen das Wandern deutlich anspruchsvoller. Zwei Etappen dieser Woche gehörten zu den härtesten unserer bisherigen Reise: Moor bis zu den Knöcheln, kaum sichtbare Wege, Regen von oben und Wasser von unten. Am Ende war alles nass: Schuhe, Kleidung und Ausrüstung.

Warum wir den Pennine Way trotzdem gegangen sind? Zum einen zählt er zu den bekanntesten Fernwanderwegen Großbritanniens und wir wollten ihn unbedingt erleben. Zum anderen bringt er uns ein gutes Stück weiter nach Süden. Wirkliche Alternativen gibt es kaum, wenn man lange Straßenetappen vermeiden möchte. Für unsere JOGLE‑Route war der Pennine Way daher nicht nur ein Wunsch, sondern auch die logischste Verbindung.

Maresa, Nick & Nero lachend vor dem Pub, dass das Ende auf dem Fernwanderweg Pennine Way ist während der JOGLE Wanderung

Besondere Momente und Herausforderungen auf dem Pennine Way

Was uns am Pennine Way besonders beeindruckt hat, war die Weite der North Pennines. Kaum Bebauung, endlose Horizonte und oft das Gefühl, ganz allein unterwegs zu sein. Entlang des gesamten Weges trafen wir nur wenige andere Wanderer.

Ein klarer Höhepunkt war der High Cup Nick. Dieses gewaltige U‑förmige Gletschertal gehört zu den spektakulärsten Landschaften des gesamten Pennine Way. Von oben eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die weite Landschaft der North Pennines.

Der größte Gegenspieler dieser Woche war allerdings das Wetter im November. Dauerhafte Nässe, Regen und starker Wind machten die ohnehin anspruchsvollen Wegbedingungen noch schwieriger. Laut Einheimischen sind die Moorabschnitte des Pennine Way allerdings zu jeder Jahreszeit eine Herausforderung. Im November wird es durch häufigen Regen einfach noch intensiver. Trockene Schuhe bleiben oft Wunschdenken.

Nick und Nero von der Ferne wandernd durch das Tal High Cup Nick auf dem Pennine Way

Navigation und Wetter auf dem Pennine Way

Der Pennine Way ist technisch anspruchsvoll, gleichzeitig spielen Orientierung und Wettereinschätzung eine wichtige Rolle, besonders bei schlechter Sicht und Nässe.

Die Wegmarkierungen sind vor allem auf den Mooren und Bergrücken häufig spärlich. Bei Nebel oder Regen verschwinden Pfade schnell und selbst sichtbare Wege können sich in Wasserläufe verwandeln.

Unsere Empfehlungen für diesen Trail:

  • eine Navigationsapp parallel nutzen, um regelmäßig zu prüfen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist
  • zusätzlich eine zuverlässige Wetterapp verwenden, um Wetteränderungen frühzeitig zu erkennen

Gerade die Wetterbeobachtung wurde für uns immer wichtiger. Nach einer Nacht mit plötzlich aufkommenden Sturmböen, bei der unser Zelt beinahe beschädigt wurde, wurden wir deutlich vorsichtiger. Als später erneut eine Unwetterwarnung angekündigt wurde, entschieden wir uns bewusst gegen das Zelt und für einen Glamping‑Pod.

Glamping‑Pods sind kleine Holzhütten auf Campingplätzen. Sie bieten Schutz vor Wind und Regen und sind häufig mit Strom ausgestattet. In Großbritannien sind sie ein verbreiteter Standard auf vielen Campingplätzen.

Nick und Nero sitzend auf einem Steinvorsprung mit einer Aussicht auf die hügelige Landschaft des Pennine Way während der JOGLE Wanderung

Tipps und Erfahrungen zum Wandern auf dem Pennine Way

Wildcampen

Wildcampen ist entlang des Pennine Way nur eingeschränkt möglich. Viele Abschnitte führen durch Moorlandschaften mit sehr nassen Böden oder offene Flächen ohne Schutz vor Wind. Deshalb haben wir häufig auf Campingplätze ausgewichen. Im November wird dies jedoch schwieriger, da viele Plätze bereits geschlossen haben. Eine gute Planung ist daher wichtig.

Versorgung

Supermärkte und Einkaufsmöglichkeiten gibt es grundsätzlich ausreichend entlang der Route, allerdings nicht täglich. Es empfiehlt sich, Etappen so zu planen, dass spätestens alle zwei Tage eine Ortschaft mit Versorgungsmöglichkeiten erreicht wird.

Die härteste Etappe: Cross Fell

Eine der bekanntesten und härtesten Etappen auf dem Pennine Way führt von Alston nach Dufton über den Cross Fell und ist über 30 Kilometer lang. Wir wussten bereits im Voraus, dass diese Strecke für uns an einem Tag schwer zu schaffen sein würde.

Deshalb entschieden wir uns für eine Übernachtung in der Bothy nahe dem Cross Fell, der sogenannten Greg’s Hut. Diese Entscheidung stellte sich im Nachhinein als sehr sinnvoll heraus. Wir konnten uns Zeit für Auf‑ und Abstieg nehmen und die Landschaft genießen. Die Bothy war sauber und frisch renoviert. Eine klare Empfehlung für Wanderer auf dieser Route.

Hund Nero sitzend vor den zwei liegenden Rucksäcken auf dem Pennine Way während der JOGLE Wanderung

Fazit Woche 8 auf dem JOGLE

Diese Woche hat uns erneut gezeigt, warum wir ausgerechnet in Großbritannien wandern. Wandern hier bedeutet Regen, Wind und manchmal Fish & Chips, aber vor allem Ehrlichkeit. Keine perfekt inszenierten Selfie‑Spots, kein Massentourismus. Stattdessen wechselnde Landschaften, ruhige Wege und authentische Begegnungen mit Menschen.

Der Pennine Way war für uns einer der härtesten Abschnitte auf unserer bisherigen JOGLE‑Reise. Landschaftlich beeindruckend, aber über lange Strecken auch sehr einseitig. Durch die Jahreszeit war es permanent nass und feucht, was körperlich und mental fordernd war.

Unser ehrliches Fazit zum Pennine Way: hart, wunderschön und unvergesslich. Im November würden wir ihn jedoch nicht mehr empfehlen. Zu nass, zu rutschig und zu schwer begehbar.

Für viele Wanderer ist dieser Fernwanderweg ein eigenes großes Ziel. Für uns war er ein weiterer Abschnitt auf unserem Weg von John o’Groats nach Land’s End.

Drückt uns die Pfoten 🐾


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