Die vierte Woche unserer JOGLE-Fernwanderung von John o’Groats nach Land’s End war spektakulär schottisch: wechselhaftes Wetter, beeindruckende Landschaften und einer der bekanntesten Fernwanderwege Großbritanniens: der West Highland Way. Regen, Wolken und immer wieder Sonne zwischen den Schauern begleiteten uns auf diesem Abschnitt durch die schottischen Highlands.
West Highland Way: 8 Tage, 154 Kilometer, 3.200 Höhenmeter
In Woche 4 haben wir den West Highland Way komplett erwandert. Mit rund 154 Kilometern Länge und etwa 3.200 Höhenmetern gehört er zu den beliebtesten Fernwanderwegen Großbritanniens. Der Trail führt von Fort William bis nach Milngavie bei Glasgow durch einige der spektakulärsten Landschaften Schottlands. Der Weg verläuft entlang von Lochs, über Bergpfade, durch Moorlandschaften und über schmale Wege mit Blick auf die Highlands. Immer wieder hatten wir das Gefühl, durch eine Filmkulisse zu laufen.

Wann ist die beste Zeit für den West Highland Way?
Unsere Wanderung Mitte Oktober war grundsätzlich eine gute Wahl. Die Landschaft zeigte sich in herbstlichen Farben, die Temperaturen waren noch angenehm und der Weg deutlich weniger überlaufen als in den Sommermonaten.
Nach Gesprächen mit Einheimischen erfuhren wir, dass extreme Wetterlagen wie Sturm Amy eher selten vorkommen. Dennoch hatten wir vor allem zu Beginn der Woche mit viel Regen zu kämpfen. Dadurch verwandelten sich manche Pfade schnell in kleine Bäche oder matschige Rutschpartien.
Trotzdem bietet der Herbst einige Vorteile: weniger Wanderer auf dem Trail, mildere Temperaturen als im Winter, gute Möglichkeiten zum Wildcampen und ausreichend Unterkünfte und Versorgungsmöglichkeiten entlang der Strecke.
Üblicherweise wird der West Highland Way von Süden nach Norden gelaufen: von Milngavie nach Fort William. Das konnten wir gut beobachten, denn uns begegneten täglich viele Wanderer, die genau diese Richtung gingen. Wir hingegen liefen entgegengesetzt. Im Vergleich zur Hauptsaison war der Weg zwar ruhiger, trotzdem trafen wir etwa 70–80 Wanderer pro Tag.
Der Trail ist hervorragend ausgeschildert. Dennoch empfiehlt es sich, die einzelnen Etappen im Vorfeld gut zu planen, da sich die Bedingungen durch Regen schnell verändern können. Besonders der Abschnitt entlang von Loch Lomond mit steinigen Passagen wäre bei starkem Regen mit Hund nur schwer zu bewältigen gewesen.
Highlight der Woche: Ben Nevis und der Obelisk in Milngavie
Ein besonderer Moment unserer West Highland Way Wanderung war der Blick auf den Ben Nevis. Mit 1.345 Metern Höhe ist er der höchste Berg Großbritanniens. Er markierte für uns symbolisch den Beginn dieses Trails und stand gleichzeitig für den Start eines neuen Kapitels unserer Reise. Vor uns lagen Regen, Wind, viele Begegnungen und einige persönliche Herausforderungen.
Am anderen Ende des Weges wartete in Milngavie der bekannte Obelisk, der den offiziellen Start beziehungsweise das Ende des West Highland Way markiert. Dort anzukommen fühlte sich an, als hätten wir nicht nur einen Fernwanderweg beendet, sondern bereits ein kleines Stück unserer gesamten JOGLE-Reise geschafft.

Durchbeißen lohnt sich – Wandern auf dem West Highland Way
Regen, Wind und matschige Wege waren unsere ständigen Begleiter auf dieser Etappe. Dafür wurden wir am Ende immer wieder mit spektakulären Ausblicken und beeindruckender Natur belohnt.
Unterwegs mussten wir: über Baumstämme klettern, unter niedrigen Hindernissen hindurchkriechen, Bäche überqueren und steinige und rutschige Passagen bewältigen. Besonders der Abschnitt entlang Loch Lomond war anspruchsvoll. Steile, felsige Wege verlangten volle Konzentration. Mit einem 15‑Kilogramm‑Rucksack und Hund wurde daraus schnell eine kleine Geduldsprobe. Für Nero hingegen war das Balancieren über Steine und Felsen eher ein Spiel als eine Herausforderung.
Am Ende wurde das Durchhalten belohnt: mit weiten Ausblicken, beeindruckender Landschaft und dem Gefühl, dass alles möglich ist, wenn man einfach weitergeht. Als wir schließlich Milngavie bei Glasgow erreichten, fühlte es sich fast so an, als hätten wir bereits den gesamten JOGLE geschafft.
Fazit Woche 4 auf dem JOGLE
Der West Highland Way war für uns ein unvergessliches Abenteuer. Landschaftlich atemberaubend, gleichzeitig aber auch körperlich anspruchsvoll. Vor allem die nassen Wegbedingungen machten einige Abschnitte schwieriger als erwartet. Dennoch gehört dieser Fernwanderweg zu Recht zu den Klassikern unter den Wanderstrecken in Großbritannien.
Für viele Wanderer ist der West Highland Way ein eigenes großes Ziel. Für uns war er ein wichtiger Abschnitt auf unserer Reise von John o’Groats nach Land’s End. Wir haben gekämpft, gelacht und die Highlands in vollen Zügen erlebt. Was kann jetzt noch kommen?
Drückt uns die Pfoten 🐾


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