Die dritte Woche unserer JOGLE-Fernwanderung von John o’Groats nach Land’s End stand ganz im Zeichen von wechselhaftem Wetter. Starkregen, stürmische Tage, nasse Schuhe und viele neue Erfahrungen prägten diesen Abschnitt unserer Reise durch die schottischen Highlands. Gleichzeitig begann mit dem West Highland Way eines der bekanntesten Wanderabenteuer Großbritanniens
Ausrüstungsupgrade in Fort William – Vorbereitung auf schottisches Wetter
Fort William wurde für uns kurzfristig zum Outdoor-Shoppingzentrum. Nachdem wir bereits in der Vorwoche erlebt hatten, wie sich britischer Dauerregen anfühlt und für diese Woche zusätzliche Unwetter angekündigt waren, beschlossen wir unsere Trekking-Ausrüstung für Schottland zu optimieren.
Unsere wichtigsten Upgrades:
- Stabilere Zelt-Heringe für starken Wind und aufgeweichten Boden. Außerdem gehen auf einer Langstreckenwanderung immer wieder einzelne Heringe verloren.
- Ein zusätzliches Groundsheet, das wir je nach Situation unter Vorzelt oder Innenzelt legen. Ziel: weniger Matsch und mehr Trockenheit im Zelt.
- Ein Tarp, das wir über das Zelt spannen können, um zusätzlichen Schutz vor Starkregen zu haben.
Die neuen Ausrüstungsteile mussten ihre Feuertaufe sofort bestehen: mehrere Nächte Dauerregen und hohe Luftfeuchtigkeit.
Sturm Amy in Schottland – wenn Wandern plötzlich ernst wird
Das britische Unwetterwarnsystem arbeitet mit farblich abgestuften Warnstufen: Gelb, Orange und Rot. Während wir in der Vorwoche erstmals eine gelbe Warnung erlebt hatten, befanden wir uns diesmal mit Starkregen und Sturmböen erstmals im orangenen Bereich. Der Auslöser: Sturm Amy.
Was zunächst nur wie eine interessante Wettermeldung klang, wurde schnell ernst. In der Region Lochaber rund um Fort William wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h gemessen: Orkanstärke.
Rund 60.000 Menschen in den schottischen Highlands waren zeitweise ohne Strom. Wir hatten Glück: Für diese Tage konnten wir in einer kleinen Holzhütte in Fort William unterkommen. Während draußen heftiger Regen fiel und der Wind an den Häusern rüttelte, saßen wir warm und trocken im Inneren. Am nächsten Morgen zeigte sich das Ausmaß des Sturms: umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und überflutete Wege.
Start auf dem West Highland Way
Sobald sich das Wetter beruhigt hatte, begann für uns ein neues Kapitel unserer Reise: der West Highland Way. Der rund 154 Kilometer lange Fernwanderweg gehört zu den bekanntesten Trails Schottlands und führt von Milngavie bei Glasgow bis nach Fort William durch einige der schönsten Landschaften der Highlands.
Für uns begann der Abschnitt direkt mit einer Herausforderung: dem Anstieg in Richtung Ben Nevis. Mit 1.345 Metern ist er der höchste Berg Großbritanniens. Nach Tagen mit Dauerregen waren viele Pfade aufgeweicht. Manche Abschnitte fühlten sich weniger wie Wanderwege und mehr wie kleine Bäche an. Genau diese Bedingungen gehören jedoch zum Wandern in Schottland und machen den Reiz dieser Landschaft aus.

Neue Wege und neue Schuhe
Eine wichtige Veränderung gab es diese Woche bei der Ausrüstung. Nick wechselte von klassischen, schweren Wanderschuhen zu Trail-Runnern. Die bisherigen Schuhe hatten sich durch die dauerhafte Nässe vollständig vollgesogen und trockneten selbst an sonnigen Tagen kaum noch. Zusätzlich verursachten sie bereits seit Beginn der Reise Blasen und Fußschmerzen, obwohl sie eigentlich eingelaufen waren.
Die neuen Trail-Runner haben einige Vorteile: deutlich leichter, trocknen schneller und flexibler beim Gehen. Die ersten Kilometer haben gezeigt: Der Wechsel war eine gute Entscheidung.

Fazit Woche 3 auf dem JOGLE
Woche drei hat uns vor allem eines gelehrt: Flexibilität ist beim Fernwandern entscheidend. Wetterbedingungen ändern sich schnell, Ausrüstung muss angepasst werden und manchmal braucht es spontane Entscheidungen. Sturm Amy, Dauerregen und matschige Pfade haben uns gefordert, aber gleichzeitig wertvolle Erfahrungen gebracht.
Jetzt liegt der West Highland Way vor uns. Einer der bekanntesten Fernwanderwege Großbritanniens und ein weiterer großer Abschnitt unserer Reise. Wir sind gespannt, welche Abenteuer uns dort erwarten.
Drückt uns die Pfoten 🐾


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